Das Coburger Solitaire

Ein Buch wird zum Gemälde

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Landesbibliothek Coburg, Andromedasaal, Schlossplatz 1, 96450 Coburg

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Bei dem Künstlergespräch mit dem deutschen Maler Hannes Möller wird das von ihm hergestellte Buch-Gemälde „SOLITAIRE XXI – Landesbibliothek Coburg“ enthüllt. Das Gespräch führen Dr. Sascha Salatowsky, Direktor der Landesbibliothek Coburg, und Dr. Marcus Pilz, Kurator der Kunstsammlungen der Veste Coburg, durch.

Hannes Möller porträtiert seit 2009 beschädigte historische Bücher in überdimensionierten Gemälden. Seine Arbeiten führten ihn von der Bibliothèque Humaniste in Sélestat über die Bodleian Library in Oxford und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar mit ihren Brand- und Aschebüchern bis in die Universitätsbibliothek Leuven, die gleich zweimal ein Opfer deutscher Kriegshandlungen wurde. Das hieraus entstandene Bibliotheken-Projekt fand und findet national und international breite Beachtung.

In seinem SOLITAIRE-Zyklus konzentriert sich Hannes Möller auf die Darstellung beschädigter Buchrücken, wobei es keine Rolle spielt, ob die Beschädigungen die Folge oftmaliger Benutzungen oder gewaltsamer Einwirkungen sind. Durch ihre plastische und hyperrealistische Präsentation in überdimensionaler Größe auf schwarzem Untergrund erhalten diese gemalten Bücher eine besondere Aura, die sie als Solitäre, herausgelöst aus ihrem üblichen Zusammenhang in einem Bücherregal, dennoch zu Stellvertretern ihrer mitunter ebenfalls beschädigten Genossen macht. Sie wirken wie Ikonen, die sich selbst das Licht schenken.

Aus den bisherigen Porträts dieser Reihe sticht das neue Coburger Gemälde insofern heraus, als es sich um die Darstellung eines stark kriegsbeschädigten Buchs aus dem Bestand des Gymnasium Casimirianum handelt. Dieses Buch wurde wie einige Dutzend andere auch durch die beiden Granatvolltreffer am 10. April 1945 schwer beschädigt und steht für eine Nutzung nicht mehr zur Verfügung. Es wird beim Pressegespräch ebenfalls präsentiert. Das Gemälde erinnert damit auch an die Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen, die fast immer mit einer Zerstörung von wichtigem Kulturgut einhergeht.

Das neue Gemälde der Landesbibliothek Coburg konnte mit finanzieller Unterstützung der Niederfüllbacher Stiftung und der Oberfrankenstiftung erworben werden.

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