Coburger Gespräche - Kulturelle Werte im Wandel der Zeiten

Gottesurteil-Folter-Fingerabdrücke.

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Gottesurteil-Folter-Fingerabdrücke. Wahrheitsproduktion vor Gericht in Mittelalter und Neuzeit

Referent: Prof. Dr. Gerd Schwerhoff (TU Dresden) 

Ein Mensch ist getötet worden, ein anderer steht dafür vor Gericht – hat er die Tat begangen? Diese einfache Frage nach dem „wahren“ Sachverhalt wird von der Justiz zu unterschiedlichen Zeiten ganz verschieden bearbeitet. Im Mittelalter sollen Eideshelfer den guten Leumund eines Beklagten bezeugen können, nicht aber dessen Verhalten in der Angelegenheit selbst. In der Frühen Neuzeit konnte die Wahrheit ans Licht kommen, indem der Angeklagte unter bestimmten Bedingungen unter der Folter „peinlich“ befragt wurde. Und ab dem 19. Jahrhundert versuchten Polizei und Justiz immer stärker, die Wahrheit indirekt – nämlich über scheinbar untrügliche Indizien – zu erschließen. Vordergründig mögen sich diese verschiedenen Formen gerichtlicher Wahrheitsproduktion als Fortschrittsgeschichte verstehen lassen; aber mindestens ebenso sehr bezeugen sie die Komplexität dessen, was die Menschen unter „Wahrheit“ verstanden bzw. verstehen.

Gerd Schwerhoff ist Seniorprofessor für Geschichte der Frühen Neuzeit. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der Kriminalität und des abweichenden Verhaltens sowie die Geschichte der Hexerei und Hexenverfolgung.

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